RMS in Frankfurt

Er kam, ...

Veni

... sah ...

Veni

... und zeigte uns erstmal, wie's bequem ist.

Veni


Richard Stallman erklärte zuerst den Unterschied zwischen Copyright und Patenten. Da gehe ich davon aus, dass der Unterschied klar ist und auch RMS erzählte da nichts Neues.

Wer hat ein Interesse an Software-Patenten? Das war der zweite Teil der Betrachtungen. RMS sprach von den üblichen Verdächtigen, also Unternehmen mit großen Patent-Portfolios, den Patentämtern und - natürlich - von den Anwälten.

Er erzählte z.B., dass ein IBM-Patentexperte berichtete, dass der größte Nutzen eines Patent-Portfolios nicht die eventuellen Einkünfte aus Lizenzgebühren seien, sondern

 

Anschließend ging RMS auf die Patente ein, indem er an einigen Beispielen deutlich machte, wie unmöglich es für einen Entwickler ist, eine Patentverletzung in einem neu von ihm entwickelten Programm zu vermeiden.

Es ist ja nicht nur so, dass es für jeweils eine durchgängige Art, ein Problem zu lösen, ein Patent gäbe. Nein, es kann sein, dass es für diese eine Vorgehensweise 100 Patente gibt, von denen jedes einen einzelnen Punkt aus dem Ganzen "beschützt".

Der Linux-Kernel allein verletzt - streng genommen - über 260 Patente, die in den USA z.Zt. existieren.

Eine weitere Unmöglichkeit ist die Verfahrensweise bei der Untersuchung eines Patents nach der Antragstellung: Während dieser Phase, die durchaus Monate, ja, Jahre dauern kann, ist der Inhalt des Patentes geheim!

Das bedeutet, dass man als Entwickler garnicht wissen kann, ob man nicht ein Patent verletzt, das zwar bereits beantragt, jedoch noch nicht erteilt wurde. Da aber das Patent nach der Erteilung rückwirkend zum Tag der Antragstellung gilt, kann es durchaus sein, dass ein Produkt, nachdem es bereits lange auf dem Markt ist, rückwirkend ein Patent verletzt.

 

Im dritten Teil des Vortrages zeigte RMS einige Optionen auf, wie man als Entwickler Software-Patenten begegnen kann: Insgesamt kann man also sagen, dass es nur 2 Gruppen von Unternehmen gibt, die keine negativen bzw. sogar Unternehmensbedrohenden Auswirkungen der Software-Patente fürchten müssen: die Unternehmen mit einem großen Patent-Portfolio und die "Parasites" (RMS-Zitat), also die Anwälte bzw. Firmen, die selbst nichts produzieren sondern nur Patente vermarkten.

 

Nach dem Vortrag von RMS berichtete ein Diplom-Informatiker einer Software-Firma (Spezialsoftware für den medizinischen Bereich) über die Nachteile bzw. unmöglich zu überwindenden Hürden bei der professionellen Entwicklung, sollten Software-Patente Wirklichkeit werden.

RMS vertrieb sich inzwischen die Zeit mit seinem Laptop....

Plan

Zum Schluß berichtete noch ein Vertreter der FFII über mögliche Maßnahmen, Aktionen, etc., die aber alle schon bei uns entweder diskutiert wurden oder auf den einschlägigen Seiten nachzulesen sind.

 

In der anschließenden Diskussion wurden besonders 2 Punkte angesprochen:

Der Vertreter der FFII berichtete, dass man auch schon mit Vertretern von Großbanken (Deutsche Bank, Desdner Bank) gesprochen habe und dort (zumnindest bei einer davon) auf offene Ohren gestoßen sei. Mehr wollte er zu diesem Zeitpunkt nicht darüber sagen.


Alles in Allem ein netter Nachmittag, der zwar nicht viel Neues brachte, aber doch interessant war.

Zu bemerken wäre noch, dass der Anteil an Linux-Usern sehr gering war, was ja (siehe letzter Abschnitt) auch positiv bewertet werden kann.


wobo